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Die wichtigsten Trends in der Einzelhandelslieferkette für 2026

Bill Stenger 16. Dezember 2025
Lesezeit: 5 Min.
Die Herausforderungen für Einzelhändler für allgemeine Handelswaren entwickeln sich ständig weiter, und das Jahr 2026 hat das Zeug, zu einem echten Meilenstein für viele Unternehmen zu werden. Drei Trends prägen unser Umfeld heute: Flexibilität, um virale Nachfrage zu bewältigen; angepasste Lagerstrategien, um Unsicherheiten auszugleichen und der Einsatz von Automatisierung, um die Belegschaft zu entlasten.

Automatisierung: unerlässlich für effiziente Lager im Einzelhandel

Arbeitskräftemangel, steigende Kosten, Anforderungen an Geschwindigkeit und Zuverlässigkeit sowie die zunehmende Vielfalt von SKUs (Sortimentsvielfalt) haben die Betriebsanforderungen für leistungsstarke Lager verändert. Ob Einzelhändler diesen gerecht werden, wird im Jahr 2026 maßgeblich davon abhängen, wie sie Automatisierung strategisch betrachten und in den Lagerbetrieb integrieren.

Dies führt zur Frage, welcher Automatisierungsansatz für den jeweiligen Betrieb der richtige ist. Einzelhändler stehen häufig vor der Wahl zwischen der eigenständigen Umsetzung einer Automatisierungslösung oder der Auslagerung an Drittanbieter von Logistikdiensten (3PL). Beide Vorgehensweisen haben Vor- und Nachteile: Ein 3PL-Anbieter übernimmt zwar die Verantwortung für die gesamte Lieferkette, dieses Modell ist aber oft mit enormen Betriebskosten verbunden. Inhouse-Automatisierung hingegen kann zwar höhere Anfangsinvestitionen und Lernkurven bedeuten, dafür aber langfristig deutlich niedrigere Betriebskosten bieten.

Einzelhändler, die sich für eine proprietäre Automatisierung entscheiden, sollten mit einem erfahrenen und vertrauenswürdigen Automatisierungspartner zusammenarbeiten, um fundierte Entscheidungen zu treffen und die erwarteten Vorteile zu realisieren. Für diejenigen, die sich für ein 3PL-Modell entscheiden, empfiehlt es sich, den Anbieter dazu zu ermutigen, mit einem namhaften Automatisierungsanbieter eine Partnerschaft einzugehen, um den Einzelhändler bestmöglich zu unterstützen.

Moderne Automatisierungslösungen müssen sowohl reaktiv (für SKU-Proliferation) als auch proaktiv sein, um z.B. Änderungen von Bezugsquellen abbilden zu können. Ebenso essenziell ist die Stabilität  des Automatisierungspartners, um langfristige Qualität und fortlaufenden Support der Lösungen sicherzustellen.

Flexibilität: Künstliche Intelligenz und Influencer  beeinflussen Produktsuche erheblich

Steht in Ihrem Schrank auch ein Stanley-Cup? Und an der Tasche baumelt eine schräg grinsende Labubu-Puppe? Manche viralen Trends überrollen uns in atemberaubender Geschwindigkeit und man fragt sich unweigerlich, wie Händler diese sprunghafte Nachfrage bedienen können. KI und Influencer haben einen massiven Einfluss darauf, was Kunden heute wünschen – oft mit minimaler Vorlaufzeit oder Vorhersehbarkeit – und auf welchen Kanälen sie mit den Waren konfrontiert werden. Augmented Reality verändert zudem, wie Käufer mit ihrer Umgebung interagieren. Mit wenigen Klicks auf einer AR-Brille wie der Meta Glasses  können Käufer ein Produkt identifizieren, online finden und direkt kaufen. Diese Entwicklungen entziehen Händlern zunehmend die Kontrolle und damit Planbarkeit ihrer Lagerbestände. 

Automatisierungslösungen der älteren Generation, die auf dem bisherigen Erfahrungsstand aufbauen, sind oft zu starr und wenig flexibel, um auf sprunghafte Nachfrageänderungen reagieren zu können. Daher werden künftig flexible Automatisierungstechnologien die bevorzugte Wahl sein, wie zum Beispiel:

  • modulare AutoStore-Systeme
  • autonome mobile Roboter (AMRs), die skalierbar und schnell anpassbar sind,
  • AI gestützte Technologien, die autonome Entscheidungen zu Slotting, Skalierung oder Geräteauswahl treffen.

 

Mit ihnen können Händler auch extreme Volumenpeaks bewältigen und von viralen Trends profitieren. Denn wer weiß schon, oder der nächste Hype nicht vielleicht aus Ihrem Warenlager kommt und beliefert werden muss?

Anpassungsfähigkeit: Sourcing- und Lagerstrategien an wirtschaftliche Unsicherheiten anpassen

Kaum ein Tag, an dem nicht über veränderte Zölle oder volatile Märkte berichtet wird. Auch diese Bedingungen auf dem globalen Umfeld haben Auswirkungen auf das Geschäft der Einzelhändler. Wirtschaftliche Unsicherheiten wie Zölle oder Marktvolatilität erschweren es ihnen, weiterhin auf die Just-in-Time-Beschaffung zu setzen. Sie stehen daher immer öfter vor schwierigen Entscheidungen: 

  • Vorab für Waren bezahlen, die möglicherweise unverkauft bleiben?
  • In letzter Minute teuer nachbestellen und Lieferengpässe riskieren?
  • Oder bei Nachfrage nicht lieferfähig sein. Welchen Weg würden Sie wählen? 

 

Kompakte Shuttlesysteme für Palettenlager oder automatisierte Regalbediengeräte bieten dynamische Lagerlösungen, die effizient und kostengünstig sind. Zudem nutzen sie die Gebäudehöhe optimal aus.

Statt Geschwindigkeit: Kundenbindung und Marke gewinnen an Bedeutung

Branchenprimus Amazon revolutionierte den Einzelhandel mit der Garantie von 24- oder 48-Stunden-Lieferungen. Doch angesichts wirtschaftlicher Unsicherheiten sind schnelle Lieferzeiten für Kunden weniger wichtig. Konsumenten achten heute verstärkt auf:

  • Markenidentifikation
  • Gutes Image und Nachhaltigkeit
  • Vorteile wie kostenlose Rücksendungen, kleine Überraschungen im Paket oder hochwertige Loyalty Programme

 

Viele Kunden sind bereit, längere Lieferzeiten zugunsten einer Marke in Kauf zu nehmen, der sie vertrauen – besonders im Umfeld einer K-förmigen Wirtschaft, in der kaufkräftige Konsumenten mehr in hochwertige Produkte investieren. Für Händler mit einer starken Community bedeutet das: Weniger Fokus auf ultraschnelle Lieferung, mehr auf Markentreue und Mehrwert.

Automatisierung: Mehr Arbeitsstabilität, weniger Spitzenbelastungen

Die Suche und Bindung von qualifizierten Arbeitskräften bleibt auch 2026 eine Herausforderung. Automatisierung kann hier ein Baustein zur Lösung sein, wie viele Fallstudien zeigen. 

Während der Hochsaison mussten Einzelhändler bisher Hunderte saisonale Arbeitskräfte einstellen. Das galt etwa rund um das Weihnachtsgeschäft, welches inzwischen auch in Deutschland durch den Black Friday eingeläutet wird. Dies ist jedes Jahr ein Kraftakt mit hoher Fluktuation, geringem Training und erhöhten Unfallraten.

Automatisierte Lager hingegen:

  • reduzieren dem Bedarf für saisonale Aufstockungen von z. B. 10× auf 3×,
  • senken den Bedarf an schneller Massenrekrutierung,
  • verbessern Sicherheit und Qualität,
  • schaffen nachhaltigere Arbeitsbedingungen.

 

Gleichzeitig wird es möglich, zusätzliche Peaks im Jahresverlauf zu schaffen – ähnlich den Amazon Prime Days.

Fazit: Die Retail Landschaft bleibt herausfordernd – Planung entscheidet

Worauf Retailer 2026 achten sollten:

  1. Automatisierung ist zur Eintrittskarte in die Retail Logistik geworden – die Frage lautet nicht ob, sondern wie.
  2. AI und Influencer verändern Nachfrage radikal – Flexibilität wird zum entscheidenden Wettbewerbsvorteil.
  3. Automatisierte Lagerstrategien helfen gegen Unsicherheiten wie Tarife und volatile Nachfrage.
  4. Markenloyalität übertrumpft Liefergeschwindigkeit.
  5. Automatisierung reduziert Peak Pain und eröffnet neue Wachstumschancen.

 

Swisslog unterstützt Händler seit über 100 Jahren dabei, moderne Logistiktrends zu meistern. Mit umfassenden Branchen Know how, einem breiten Lösungsportfolio und der modularen SynQ Software ist Swisslog bestens gerüstet, Händler 2026 und darüber hinaus zu begleiten.

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Hier schreibt:
Bill Stenger

Senior Vice President of Sales, Swisslog Americas

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