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SAP‑Legacy‑Software im Einsatz: Warum jetzt der richtige Zeitpunkt für SAP EWM ist

Anna Beckemeyer 15. Mai 2026
Lesezeit: 4 Min.
Warehouse‑Management‑Software bleibt häufig deutlich länger im Einsatz, als ursprünglich vorgesehen. Die Kosten einer Umstellung erscheinen hoch, der richtige Zeitpunkt kommt scheinbar nie und das bestehende System funktioniert „noch gut genug“. Bis es Schritt für Schritt nicht mehr funktioniert. Für viele Lagerbetreiber rückt dieser Wendepunkt schneller näher als erwartet. Steigende Anforderungen an Automatisierung, strengere Compliance‑Vorgaben und die wachsende Lücke zwischen Altsystemen und modernen Supply‑Chain‑Strukturen bringen bestehende WMS‑Lösungen zunehmend an ihre Grenzen. Wer SAP Warehouse Management (SAP WM) nutzt, steht zudem vor einem klar definierten Stichtag: Der reguläre SAP‑Support endete am 31. Dezember 2025, die erweiterte Wartung läuft nur noch bis 31. Dezember 2027. Danach entfallen Sicherheitsupdates, funktionale Weiterentwicklungen und Herstellersupport vollständig. Diese Frist ist jedoch nur das sichtbarste Symptom eines tieferliegenden Problems, das Lagerbetriebe branchenübergreifend betrifft; unabhängig davon, welches Legacy‑System im Einsatz ist.

Die versteckten Kosten des Status quo

Alte Warehouse Management Systeme wurden für eine andere Ära der Lagerhaltung entwickelt. Das Problem: Lagerprozesse haben sich grundlegend verändert; viele Altsysteme jedoch nicht. 

Unternehmen, die mit veralteten Plattformen arbeiten, sehen sich häufig mit denselben Herausforderungen konfrontiert. Sicherheitslücken nehmen zu, sobald Updates seltener werden oder ganz entfallen. Die Integration moderner Automatisierungstechnologien wie AMRs, Goods‑to‑Person‑Systeme oder automatischer Lager‑ und Bereitstellungssysteme wird komplex oder erfordert kostenintensive Sonderlösungen. Echtzeit‑Bestandstransparenz, die heute von Kunden und Supply‑Chain‑Partnern als Standard erwartet wird, lässt sich mit Systemen, die dafür nie konzipiert wurden, nur schwer abbilden. 

Hinzu kommt, dass das Wissen zur Wartung stark individualisierter älterer Software-Lösungen mit der Zeit auf immer weniger Personen konzentriert ist; ein weiteres operatives Risiko. 

Diese Probleme entstehen selten plötzlich. Sie wachsen schrittweise bis die Kosten des Festhaltens am Status quo der Software die Investition in eine Umstellung übersteigen. 

Warum SAP EWM eine sinnvolle Option ist

SAP Extended Warehouse Management (SAP EWM) wurde gezielt für die heutigen Anforderungen moderner Lager entwickelt. Als nativer Bestandteil von SAP S/4HANA ermöglicht es eine integrierte Steuerung von Lagerprozessen innerhalb der gesamten Supply‑Chain‑, Produktions‑ und Logistiklandschaft und ersetzt die fragmentierten Datenflüsse vieler Altsysteme. 

SAP EWM bietet standardmäßig Funktionen wie Personalmanagement, Slotting‑Optimierung, Wave‑Management und die direkte Anbindung physischer Materialfluss‑Systeme. Für Unternehmen, die in Robotik oder KI‑gestützte Optimierung investieren möchten, stellt SAP EWM eine Plattform dar, die diese Technologien von Beginn an unterstützt, statt sie nachträglich integrieren zu müssen. 

Auch die Architektur ist auf Langlebigkeit ausgelegt. Der Clean‑Core‑Ansatz erlaubt kundenspezifische Logik über standardisierte Business Add‑Ins (BAdIs), ohne den Kern des Systems zu verändern. Dadurch bleibt SAP EWM upgrade‑fähig und eng an die SAP‑Produktstrategie angebunden. 

Wie eine strukturierte Umstellung aussieht

Eine Lagerumstellung geht weit über einen reinen Softwarewechsel hinaus. Sie umfasst die Neubewertung jahrelanger Individualentwicklungen, die erneute Validierung von Schnittstellen zu Automatisierungs‑ und Logistiksystemen, die Bereinigung von Stammdaten, die Neugestaltung von Prozessen sowie die Vorbereitung der operativen Teams auf den Echtbetrieb ab dem ersten Tag. 

Unternehmen, die schwierige Umstellungen erleben, haben häufig die Integrationskomplexität unterschätzt, die Datenbereinigung zu spät begonnen oder die Lagerteams zu spät eingebunden. All das sind keine Zufälle, sondern typische Folgen eines zu stark vereinfachten Projektansatzes. 

Besondere Aufmerksamkeit sollte frühzeitig der Wahl des Implementierungspartners gelten. Klassische SAP‑Beratungen können SAP EWM kompetent konfigurieren. Für Lager mit bestehender Automatisierung sind jedoch gerade die Schnittstellen zwischen SAP EWM und der physischen Automatisierung die technisch anspruchsvollsten Komponenten. Ein Partner, der SAP‑EWM‑Know‑how und Automatisierungsengineering vereint, kann diese Komplexität ganzheitlich beherrschen. 

Fazit

Das Support‑Ende von SAP WM im Jahr 2027 macht den Handlungszeitraum für viele Unternehmen konkret. Für Betreiber anderer abgekündigter Lager-Systeme gilt dieselbe Logik: Jedes weitere Jahr mit einer Plattform, die moderne Automatisierung und Echtzeit‑Transparenz nicht unterstützt, bedeutet verlorenes Wettbewerbs­potenzial. 

Die Voraussetzungen für eine gut geplante, sauber umgesetzte Umstellung sind jetzt besser als kurz vor einer Deadline. 

Wenn Sie verstehen möchten, wie eine strukturierte Umstellung auf SAP EWM in der Praxis aussieht, laden Sie unseren umfassenden Umstellungsleitfaden herunter. Er beschreibt eine bewährte Sechs‑Schritte‑Methodik, zentrale Erfolgsfaktoren und reale Kundenbeispiele. 

Hier schreibt:
Anna Beckemeyer

Software Go-to-Market Manager, Swisslog

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