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Sich mit der Ungewissheit arrangieren

Wie man verhindert, dass Automatisierungsinitiativen durch dynamische Marktbedingungen gelähmt werden

27. Oktober 2020


Wissen Sie, wie hoch der Bedarf in Ihrem Lager morgen sein wird? Und wie in fünf Jahren? Vermutlich haben Sie eine ziemlich gute Vorstellung davon, was morgen zu erwarten ist, aber bei der Nachfrage in fünf Jahren sieht es schon wesentlich unsicherer aus. 
 
Wird die Pandemie den Übergang zum Online-Handel beschleunigen, wie man es derzeit erwartet, und wenn ja, werden wir letztlich ein stabiles Niveau erreichen? Werden neue Einzelhandelsstrategien wirksam sein, um die Verbraucher wieder in stationäre Geschäfte zu locken? Es ist wichtig, langfristige Geschäftspläne zu entwickeln, die auf Zukunftsprognosen basieren. Doch wenn uns dieses Jahr eines gelehrt hat, dann, dass es beinah unmöglich ist, zu wissen, was in den nächsten zwölf Monaten zu erwarten ist, geschweige denn in den nächsten fünf Jahren. Je weiter wir in die Zukunft blicken, desto größer wird die Ungewissheit.
 
In der Methodik von Projektmanagement und Softwareentwicklung nennt man diesen typischen Verlauf der Unsicherheitskurve „Cone of Uncertainty“ (dt.: Kegel der Unsicherheit). Er ist der Grund dafür, dass es Organisationen so schwerfällt, sich auf einen konkreten Zeitplan festzulegen, wenn sie neuartige Projekte in Angriff nehmen. Der Cone of Uncertainty ist zu Beginn des Projekts so breit, dass sich keine detaillierten Projektpläne entwickeln lassen, weil es so viele Unbekannte gibt. Mit fortschreitender Forschung und Entwicklung und dem Näherrücken der Fertigstellung des Projekts verengt sich der Kegel und die Zeitpläne werden präziser.
 
Unternehmen, die den Materialfluss automatisieren wollen, um ihr Geschäft zukunftstauglich zu machen, stehen vor einer besonderen Herausforderung: Der Cone of Uncertainty wird nie wirklich schmaler. Es ist verlockend zu glauben, dass der Markt im Moment zwar extrem volatil ist, wir in einem Jahr aber mehr Klarheit über zukünftige Anforderungen haben werden. Doch heute in einem Jahr wird es ebenso schwierig sein zu prognostizieren, wo das Unternehmen in fünf Jahren stehen wird, und die Entscheidung wird wieder aufgeschoben. Unterdessen schreiten einige Unternehmen mit Automatisierungsinitiativen voran, die ihnen Wettbewerbsvorteile gegenüber jenen Organisationen verschaffen, die noch damit warten, Maßnahmen zu ergreifen. 
 
Ein Teil dieser Zögerlichkeit mag auf frühere Erfahrungen mit alten Automatisierungssystemen zurückzuführen sein, die nicht in der Lage waren, sich an neue Vertriebskanäle, wachsende Lagerbestände und sich ändernde Marktanforderungen anzupassen, und daher schon früh in ihrer erwarteten Lebensdauer funktional veraltet waren. Aber die Materialflussautomatisierung hat sich weiterentwickelt – weg von unflexiblen, feststehenden Systemen hin zu daten- und robotergesteuerten Systemen mit der nötigen Flexibilität, um sich schnell und effizient an Veränderungen anzupassen. 
 
So sah zum Beispiel der Schweizer Spezialist für E-Commerce-Abwicklung Competec, als die Pandemie zuschlug, einen plötzlichen und dramatischen Anstieg der Anforderungen an seinen Durchsatz und Lagerbestand. Innerhalb von zwei Wochen nach der Auftragserteilung konnte er sein AutoStore-System, das von Swisslog im Jahr 2012 implementiert wurde, mit zusätzlichen Robotern ausstatten, um das höhere Auftragsvolumen zu bewältigen. In den folgenden drei Monaten konnte der hohe Durchsatz aufrechterhalten werden, während das AutoStore-Raster erweitert und Arbeitsplätze hinzugefügt wurden, um die Lieferung am Folgetag zu ermöglichen und das anhaltende Wachstum zu bewältigen. 
 
Ein weiteres Beispiel ist der Auftrag, den wir für einen großen Multi-Channel-Einzelhändler bearbeiten. Dessen Shuttle-System, ursprünglich für die Auffüllung der Filialen vorgesehen, war nicht voll ausgelastet, als die Pandemie die Schließung von Einzelhandelsgeschäften erzwang. Man konnte schnell reagieren und das System zur Auffüllung der Lager für den Online-Handel nutzen; mittlerweile ist die Erweiterung des Systems um zusätzliche Arbeitsplätze in der Planung, um den E-Commerce-Boom zu bewältigen, denn die Online-Verkaufszahlen sind schneller gestiegen als erwartet. 
 
Es ist schlicht nicht praktikabel, eine Automatisierungslösung auf der Grundlage der Bedürfnisse des Unternehmens in fünf Jahren zu entwickeln. Aber es ist praktikabel – mit der aktuellen Generation der Materialflussautomatisierung –, das System auf der Grundlage der heutigen Bedürfnisse zu planen und bei Bedarf anzupassen. 
 
Mehr denn je muss die Automatisierung eine strategische Priorität darstellen, und der Preis für Verzögerungen war noch nie so hoch wie heute. Bei Swisslog können wir eine Materialflussautomatisierungslösung entwerfen und implementieren, die Ihren heutigen Anforderungen entspricht und gleichzeitig für zukünftige Anforderungen skalierbar und anpassbar ist, sobald diese sich abzeichnen. 
 

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