Systemintegration

Logistik ist, wenn Technik und Mensch zu einem funktionierenden Ganzen verschmelzen

Die vielen Teile der Anlage müssen schon in der Planungsphase aufeinander abgestimmt werden. Im Detaildesign werden die Schnittstellen definiert. Sie reichen von der exakten Festlegung von Öffnungen in der Betonwand über die Verbindung mit dem Stahlbau bis zur detaillierten Dokumentation des Datenaustauschs zwischen ERP (Enterprise Resource Planning)-Software und WMS (Warehouse Management System).
Während der Realisierung werden diese Schnittstellen beachtet und bei der Installation zur Verfügung gestellt. Bei den Einzeltests werden sie zwar schon fragmentiert getestet, aber der eigentliche Test ist die anschliessende Systemintegration.

Wir unterscheiden zwischen der technischen Systemintegration im ersten und der logistischen Systemintegration im zweiten Schritt.



Die technischen Systemintegration besteht aus

  • Mechanik, Antriebstechnik
  • Steuerungstechnik
  • Materialflusssteuerung
  • Logistiksoftware

Die Logistiksoftware oder das Lagerverwaltungssystem (WarehouseManager™) gibt es nur einmal im zu integrierenden Objekt. Die unterlagerte Materialflusssteuerung hingegen kann es auch mehrfach geben, je nach Komplexität des Systems. Unterschiedliche Fördertechniken erfordern unterschiedliche Software zur Materialflusssteuerung. Die Steuerungstechnik ist dabei mit Sicherheit mehrfach vorhanden – desgleichen die Antriebstechnik.

Die Inbetriebnahme geschieht bottom-up, und zwar für jedes fördertechnische Subgewerk einzeln: Zuerst kommen die Mechanik und die Antriebstechnik. Das Regalförderzeug muss als erstes im Tippbetrieb allein durch die Gasse fahren und auf- und abladen können, bevor es mit der Fördertechnik verbunden wird. Dasselbe gilt für Roboter, Verteilwagen, Fahrerloses-Transport-Systemfahrzeuge etc.

Erst wenn alle Gewerke auf diesem technischen Stand sind, beginnt die Inbetriebnahme der Materialflusssteuerung – und damit die technische Systemintegration. Dieser Zeitpunkt ist meist ein Meilenstein in der Prozessabwicklung und sollte für alle Gewerke etwa gleichzeitig erreicht sein.

Nachdem der Materialfluss funktioniert, wird die WMS in Betrieb genommen. Jede neue Ebene basiert darauf, dass die jeweils vorhergehende funktioniert. Von «funktionieren» kann dann gesprochen werden, wenn Abläufe ausgiebig getestet und Fehlerfälle kontrolliert wurden.

Dies gilt gleichermassen für die Mechanik und für alle Softwareebenen.

So wird deutlich, dass die technische Systemintegration nicht erst auf der Baustelle beginnt, sondern ganz früh im Design. Genau definierte Schnittstellen und konsistente Pflichtenhefte für korrespondierende Gewerke sind die Grundvoraussetzung dafür. In-house-Tests bei den Herstellern sind ebenso wichtig.

Nach Abschluss dieser technischen Systemintegration beginnt die logistische, denn auch das beste Distributionszentrum braucht die Aktivitäten der Umgebung.



Die logistische Systemintegration besteht aus

  1. Erstens die Technik und die Teile aus der technischen Systemintegration: Swisslog als Generalunternehmer übernimmt diese Aufgabe gerne.
  2. Der zweite Teil umfasst das Personal, das die Anlage bedient. Die Mitarbeiter von Swisslog beherrschen den Umgang mit den Anlagen. Das ist im Wesentlichen eine Frage der Schulung und des Trainings. Aber natürlich spielt auch die ergonomische Gestaltung des Gesamtsystems eine Rolle.
  3. Der dritte Teil betrifft den Service und die Wartung. Auch hier ist die Schulung eine Grundlage, jedoch kommt bei der Wartung eine Komponente hinzu: Ein Servicetechniker kann im Vergleich zum Bediener nicht nur einen, sondern viele Arbeitsplätze stilllegen oder schnell wieder aktivieren. Seine Verantwortung kann daher mit der eines Bedieners multipliziert werden.
  4. Den vierten Teil macht der Host des Kunden aus. Hier findet nicht nur die technische Kommunikation zweier Rechner statt, sondern auch die konsistente Verwaltung der Bestände: aktualisierte Stammdaten der Artikel, ein gemeinsames Verständnis zur Handhabung von Fehlabläufen etc.
  5. Der fünfte und letzte Teil betrifft die Planung. Sie ist nicht nur eine Vorphase des Projekts; die Annahme der Planer über bestimmte Strukturen zieht sich wie ein roter Faden durch die Anlage – sei es beim Artikelspektrum, bei der Auftragszusammenstellung oder bei Anzahl und Grösse der einzelnen Aufträge.